Informationen zu FIRE und GEFLUTET für das Crash Recovery System | Moditech.com
Donnerstag, 31. Oktober 2019
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Informationen zu FIRE und GEFLUTET für das Crash Recovery System

Aktuelles von Moditech Rescue Solutions BV

Diesen Monat möchten wir Sie in unserem Newsletter über zwei Tasten informieren, die wir bald allen alternativ angetriebenen Fahrzeugen im Crash Recovery System hinzufügen werden. Ein Taste FIRE und eine Taste GEFLUTET

Mit diesen Tasten können die Ersthelfer direkt Informationen und Verfahren für Situationen anfordern, in denen ein Fahrzeug brennt oder sich unter Wasser befindet. Die relevanten Komponenten und Anweisungen, die eine Rolle in diesen Situationen spielen, sind daher auf einen Blick erkennbar.

Außerdem möchten wir Ihre Aufmerksamkeit auf eine Entwicklung im modernen Fahrzeugbau lenken: die steigende Anzahl von SENSOREN. Als Ersthelfer müssen Sie die kontinuierliche Entwicklung dieser modernen Technologie kennen.

Mehr zu diesen Themen finden Sie diesen Monat in unserem Newsletter!

 

NEUE TASTEN IM CRASH RECOVERY SYSTEM
Moderne Fahrzeuge entwickeln sich schnell weiter. Es sind immer mehr Hybrid- und Elektrofahrzeuge auf den Straßen zu sehen. Daher werden auch Unfälle mit diesen Fahrzeugen immer häufiger.

Wir bei Moditech Rescue Solutions BV streben danach, digitale Fahrzeuginformationen so effizient wie möglich für die Systeme unserer Benutzer zugänglich zu machen. Deswegen fügen wir bald zwei neue Tasten hinzu. Die Taste FIRE und die Taste GEFLUTET. Wenn Sie als Ersthelfer eine dieser Tasten drücken, finden Sie eine Übersicht mit wichtigen Informationen zu Situationen, in denen ein Fahrzeug in Flammen steht oder sich unter Wasser befindet. Wir fügen diese Tasten für alle alternativ angetriebenen Fahrzeuge hinzu.

CRASH RECOVERY SYSTEM: KNOW WHAT'S INSIDE, SEE WHAT TO DO!



 

CRASH SENSOREN
Zum Airbagsystem (SRS) gehören Airbags, Gurtstraffer, Crash- bzw. Aufprallsensoren und die SRS-Steuereinheit. Um zu erkennen, wann der Airbag ausgelöst werden muss, verfügt das SRS-System über Sensoren. Diese signalisieren eine eventuelle Fahrzeugverzögerung. Ist diese hoch genug, sendet der Sensor ein Signal an die SRS-Steuereinheit, die daraufhin zusammen mit weiteren Parametern ein Auslösesignal an den entsprechenden Airbag ausgibt. In den letzten Jahren hat die Anzahl an Sensoren stark zugenommen. In diesem Newsletter wollen wir die Funktionsweise und die entsprechenden Unterschiede zwischen den Crashsensoren aufzeigen und erklären.

Mechanische Sensoren:
In den 1990er-Jahren wurden mechanische Sensoren in der Fahrerairbag-Einheit verbaut. Dieser Sensortyp wird durch einen Metallstift aktiviert, der mithilfe einer vorgelagerten Feder gegen den Zündauslöser ausschlägt. VORSICHT! Mechanische Sensoren in der Airbag-Steuereinheit können nicht deaktiviert werden! Das ist der Grund, warum das CRS diesen Airbag-Typ extra rot umrandet anzeigt.

Quelle: Suzuki

Mechanische Satellitensensoren:
Bei den ersten SRS-Systemen mit Satellitensensoren in Frontairbags setzte man in erster Linie auf mechanische Sensoren auf Basis eines Feder-/Masse-Systems (siehe Abbildung). Diese Sensoren reagieren bei einer Verzögerung von 3–5 g. VORSICHT! Diese Sensoren werden durch das Abklemmen der Batterie durchaus deaktiviert!

Quelle: Volkswagen

Mechanische/pyrotechnische Seitenairbag-Sensoren:
Volvo Cars führte ab dem Modelljahr 1995 das Seitenaufprallschutzsystem SIPS ein. Das Seitenaufprallschutzsystem SIPS (siehe Abbildung) besteht aus:

1. Mechanische/pyrotechnische Sensoreinheit
2. Auslösekreis
3. Seitenairbag-Kissen

 
Quelle: Volvo

Jeder Vordersitz ist mit einem eigenen SIPS-Airbag-System ausgestattet. Deshalb sind die beiden SIPS-Airbags nicht untereinander verbunden. Bei einem Seitenaufprall wird nur der SIPS-Airbag auf der Seite des Aufpralls ausgelöst. Die Sensoreinheit besteht aus einem mechanisch/pyrotechnischen Aufprallsensor, der bei einem Crash durch die Krafteinwirkung der Türverkleidung auf die Aufprallplatte ausgelöst wird (siehe Abbildung). 

DARAUF IST BEIM RETTUNGSEINSATZ ZU ACHTEN: Wegen der Gefahr, dass bei einem Rettungseinsatz der Airbag ausgelöst wird, haben wir den Sensor rot umrandet (siehe Screenshot des CRS). Volvo hat für Rettungskräfte an der Innenseite der Sitzverkleidung eine Schutzkappe angebracht.

Safing-Sensoren:
Safing-Sensoren werden als Sicherheitssensoren in der SRS-Steuereinheit verwendet. Sie sollen in der Steuereinheit ein unbeabsichtigtes Auslösen der Airbags verhindern. Bei einer starken Verzögerung überwindet der ringförmige Magnet die Federkraft, rutscht über das Rohr und verschließt so den Reedkontakt.


Quelle: Audi


Im Volkswagen Golf Cabrio ist der Anbringungsort des Satellitensensors und der SRS-Steuereinheit mit Safing-Sensor deutlich zu erkennen

Mikromechanische Sensoren:
Um das Jahr 2000 lösten mikromechanische Sensoren die bisherigen mechanischen Sensoren ab. Je nach Anzahl der Front- und Seitenairbags kamen in den Fahrzeugen mehrere mikromechanische Sensoren zum Einsatz. Ein mikromechanischer Sensor ist wie ein Kondensator aufgebaut (siehe Abbildung).
 
Quelle: Audi How micromechanical sensors work and an example of a sensor

Drucksensoren:
Weil die Knautschzone bei einem Seitenaufprall viel geringer ist als bei einer Frontalkollision, wurden Seitenairbags eingeführt. Ein Seitenaufprall muss verzögerungsfrei erkannt werden, damit die Seiten- und Kopfairbags ausgelöst werden, noch bevor der Fahrer oder Beifahrer an die Fahrzeugseite prallt. Dafür haben die Fahrzeughersteller Drucksensoren für die Türen entwickelt (siehe Abbildung).

Quelle: Bosch

MODERNE FAHRZEUGE
Die aktuellen Sicherheitssysteme besitzen häufig ein Airbag- und Sensor-Layout wie in den folgenden Abbildungen. Das System besteht aus mind. 6 Airbags und 6 Crashsensoren, davon 2 Satellitensensoren im Frontbereich, 2 Drucksensoren in den Vordertüren und 2 Satellitensensoren in der C-Säule. Natürlich gibt es auch innerhalb der Modellreihen Unterschiede und vermutlich nimmt die Anzahl an Sensoren weiter zu. Im SRS-System des neuen Porsche Cayenne und Cayenne Coupé etwa sorgen 14 Crashsensoren, 6 im Frontbereich und 4 pro Fahrzeugseite für eine noch schnellere Unfallerkennung. 

VORSICHT! Bei einem Rettungseinsatz diese Sensoren unbedingt meiden. Das CRS gibt Aufschluss darüber, wo sich diese Sensoren befinden, damit Sie bei der Arbeit entsprechend vorsichtig vorgehen können.

 
Beispiel eines modernen Fahrzeugs mit mindestens 6 Airbags und 6 Crashsensoren (Quelle: Audi)

 
Der neue Porsche Cayenne mit nicht weniger als 14 Crashsensoren! (Quelle: Porsche)