Crash Recovery System Busdatenbank | Moditech.com
Mittwoch, 28. Februar 2018
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Crash Recovery System Busdatenbank

Aktuelles von Moditech Rescue Solutions B.V.

In diesem Monat widmen wir uns in unserem Newsletter Abweichungen bei Busaufbauten. Oft werden Busse für Auftraggeber mit individuellen Funktionen ausgestattet, weshalb es vom gleichen Modell verschiedene Varianten geben kann.

Der niederländische Hersteller VDL beispielsweise liefert Elektro- und Hybridbusse an diverse Busbetriebe und ‑unternehmen. Diese Busse sind je nach Busunternehmen Sonderanfertigungen. So kommt es, dass es bei ein- und demselben Modell unterschiedliche Ausführungen gibt. Wie sollen Rettungsdienste in dem Fall vorgehen? Um Irrtümer zu vermeiden, sind in der Busdatenbank des Crash Recovery Systems die Namen der jeweiligen Busunternehmen aufgelistet.

Ein weiteres Thema dieses Newsletters ist der SOLBUS. Ein Bus, der vom niederländischen Unternehmen Hymove zu einem Brennstoffzellenfahrzeug (FCV, Fuel Cell Vehicle) umgebaut wird.

Mehr zu diesen Themen finden Sie in unserem Newsletter für diesen Monat!

 

EIN BUS – VERSCHIEDENE AUSFÜHRUNGEN


Abbildungen: VDL-Citea-SLFA-Electric 3-Achs-Basismodell 2017–2018

Auf den ersten Blick dreimal das gleiche Busmodell. Oder sind Ihnen als Rettungshelfer bereits wichtige Unterschiede aufgefallen? Die Unterschiede liegen vor allem in der Karosserieform, der Anzahl Türen, und – ein nicht ganz unbedeutsames Detail – im Stromabnehmer (Pantograf) auf dem Dach, über den der Bus im Depot mit der Ladestation verbunden wird.

Um diese Unterschiede als Rettungshelfer zu berücksichtigen, müssen Sie nach der Busabfrage im Crash Recovery System auch das entsprechende Busunternehmen auswählen. Gleiches gilt für die Kennzeichenabfrage. In der Datenbank kann der Bus darüber hinaus auch über den Hersteller, Typ und das Busunternehmen bzw. den Busbetrieb abgerufen werden. Zusammen mit VDL werden wir in Kürze die Kennzeichen der verschiedenen Busunternehmen mit der richtigen Modellversion im Crash Recovery System verknüpfen.

Im Laufe des Jahres 2018 wird zudem die Busdatenbank um Busmodelle mit alternativen Antriebstechniken ergänzt. Auch die Datenbank für die USA wird im Laufe des Jahres um Daten zu Bussen ergänzt. Wir werden Sie über soziale Netze rechtzeitig informieren.

 
Abbildung: Busse an der Ladestation

Oben ein rotweißer Bus von VDL des Busbetriebs Bravo im niederländischen Eindhoven. Der gleiche Bus ist auch auf dem Flughafen Amsterdam-Schiphol im Einsatz. Dort allerdings ist der Stromabnehmer an einer anderen Stelle auf dem Dach angebracht.


 

Am 15. Januar 2018 verkündeten die Stadtwerke Osnabrück, dass zum Ende des Jahres 2018 die ersten 13 „VDL Citea SLFA Electric“-Busse von VDL Bus & Coach in Empfang genommen werden. Diese elektrischen Gelenkfahrzeuge sind für die erste vollelektrische Linie 41 zwischen Düstrup und Haste vorgesehen. (Quelle: nieuwsbrief VDL).

WORAUF BEIM RETTUNGSEINSATZ ZU ACHTEN IST 
Die Sicherung dieser Busse nach einem Unfall ist vergleichbar mit der für PKW. 

BITTE BEACHTEN: Es ist unerlässlich, die korrekten Informationen zur Deaktivierung im Crash Recovery System abzurufen. Oftmals wird der Antrieb durch Auslösen eines Airbags deaktiviert. Dennoch gibt es nicht selten Ausnahmeregelungen! Durch das Fehlen eines Airbagsystems in Bussen ist davon auszugehen, dass der Busantrieb nach einem Unfall weiterhin aktiv ist. Nähern Sie sich dem Fahrzeug also mit Vorsicht und konsultieren Sie die im Crash Recovery System abrufbaren Daten für einen sicheren und effektiven Einsatz!


Diese Busse haben Service-/Notschalter an unterschiedlichen Stellen

 

 

 

Abbildung: CRS Ablauf der Deaktivierung

 

HYMOVE SOLBUS
Das polnische Unternehmen SOLBUS ist Hersteller von Bussen. Das niederländische Unternehmen Hymove wiederum rüstet den Solcity-Bus mit einer Wasserstoffanlage aus. Mittlerweile begegnet man dieser Zusammenarbeit zwischen klassischen Fahrzeugherstellern und innovativen Unternehmen, die sich auf die Entwicklung von alternativen Energiequellen spezialisiert haben, immer häufiger.

Doch welche Konsequenzen hat dies für Rettungskräfte?
Dem Umweltschutz wird immer mehr Bedeutung beigemessen und somit ist es keine Seltenheit mehr, dass Fahrzeuge umgebaut und mit alternativen Antriebsformen ausgestattet werden. Oftmals stammt der Einbau eines Alternativantriebs nicht mehr vom Hersteller, sondern aus der Hand eines Dritten. Für Rettungskräfte gestaltet sich das Identifizieren der jeweiligen Antriebsform deshalb zunehmend als anspruchsvolle Aufgabe. Außerdem steigt durch die schnelle Verbreitung dieser Fahrzeuge mit unterschiedlichen Antriebstechniken die Wahrscheinlichkeit, dass diese in einen Unfall verwickelt werden oder in Brand geraten. Dank der engen Zusammenarbeit mit diesen Unternehmen ist es möglich, den Rettungskräften über das Crash Recovery System eindeutige Informationen zu liefern.
Abbildung: SOLBUS Solcity Fuel Cell (Hymove) 2016–2018

Der „SOLBUS Solcity Fuel Cell“-Bus wird elektrisch angetrieben. Die eingebaute Brennstoffzelle liefert die für den Antrieb nötige Spannung.

Funktionsweise
Aus dem Wasserstofftank (1) wird Wasserstoffgas getrennt in die Brennstoffzelle (2) geführt und dort mit Sauerstoff vermengt. Dabei kommt es zu einer chemischen Reaktion, in deren Verlauf elektrische Energie und Wasserdampf freigesetzt werden. Die elektrische Energie wird im Akkupack (3) gespeichert und steht dem Antrieb und allen übrigen Stromverbrauchern im Bus zur Verfügung. Der entstandene Wasserdampf wird über den Auspuff nach außen geleitet.

BITTE BEACHTEN: Da in der Brennstoffzelle (2) beide Energieformen vorhanden sind, wurden diese mit den Farben Orange und Blau gekennzeichnet. Orange = Hochspannung. Blau = Wasserstoff.


Abbildung Crash Recovery System: SOLBUS Solcity Fuel Cell

DARAUF IST BEIM RETTUNGSEINSATZ ZU ACHTEN

Wasserstoffgastank.
Komprimiert auf 350 bar.
Geruch- und farblos – hochentzündlich – Flamme brennt unsichtbar – Erstickungsgefahr.
 

Lithium Ionen Nickel Mangan Kobalt Oxid (NMC) Batteriepaket
650 Volt.
Ein Batteriepaket ist manchmal erst nach 24 Stunden komplett ausgebrannt.

 

Das Brennstoffzellenmodul hat eine Spannung von max. 300 Volt.
Nach dem Deaktivieren steht die Brennstoffzelle noch 5 Minuten unter Restspannung.
Eine Brennstoffzelle bitte keinesfalls beschädigen, auch nach der Deaktivierung nicht.

ACHTUNG: Rechnen Sie bei einem Fahrzeugbrand damit, dass der gesamte Bus unter Spannung steht. Ein Berühren der Teile des Busses ist unter allen Umständen zu vermeiden. Tragen Sie alle Teile der vorgeschriebenen persönlichen Schutzausrüstung und einen umluftunabhängigen Atemschutz. Konsultieren Sie bei allen Unfällen und Fahrzeugbränden unbedingt das Crash Recovery System. Auch bei diesem Bus empfiehlt das Crash Recovery System dem Rettungshelfer schrittweise die zur Sicherung des Fahrzeugs nötigen Maßnahmen! Know what's inside!