CNG-Bus zu hoch für Überführung | Moditech.com
Samstag, 22. Dezember 2018
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CNG-Bus zu hoch für Überführung

Aktuelles von Moditech Rescue Solutions BV

Wie versprochen, widmen wir uns in diesem Newsletter den außergewöhnlichen Erlebnissen, die die Feuerwehr Franeker mit einem Bus vom Typ MAN City Lions CNG hatte: Dieser Bus war zu hoch für eine Überführung – mit entsprechenden Folgen. Was fand die Einheit vor und wie ging sie ans Werk?

Außerdem möchten wir Ihnen ein gutes neues Jahr 2019 wünschen. Wir danken Ihnen für das uns entgegengebrachte Vertrauen und stehen Ihnen dieses Jahr gern wieder zur Verfügung!

 

BUS MIT CNG-ANTRIEB ZU HOCH FÜR ÜBERFÜHRUNG

Im Hintergrund ein Gelenkbus von MAN mit CNG-Antrieb. Er überschreitet die max. Durchfahrtshöhe der Überführung. Vorne im Bild CNG-Tanks und Abdeckungen vom Bus.

Der Film gibt einen guten Eindruck von der Situation vor Ort. Glücklicherweise wurde niemand verletzt. Nachfolgend kommen der Befehlshaber und der Einsatzleiter zu Wort. Sie erläutern uns ihren Aktionsplan.

DER BEFEHLSHABER:
„Vier Personen habe ich bei der Anfahrt Atemgas anlegen lassen. Zwei Einheiten habe ich vor Ort mit dem Explosimeter die Umgebung erkunden lassen und zwei Einheiten zum Bus geschickt. Im Bus gab es keine Verletzten. Die Situation war relativ stabil. Im Crash Recovery System haben wir nachgesehen, mit wie vielen CNG-Tanks wir rechnen mussten. Insgesamt waren es 8 CNG-Tanks, so wie es auch im CRS stand.“

DER EINSATZLEITER:
„Wir haben die Umgebung abgesucht und den Verkehr auf der Überführung sperren lassen. Die meisten der verunglückten CNG-Tanks waren bei Eintreffen der Feuerwehr bereits leer. Bei den Tanks waren auch die Sicherheitsventile abgerissen. Ein CNG-Tank hat über die abgetrennte Leitung geleckt. Das Ausströmen des Gases war jedoch so gering, dass hiervon keine Gefahr ausging, und so wurde auch nichts unternommen, um das Ablassen des Gases zu beschleunigen. Diese Flasche wurde dann später undicht abtransportiert. Nach den Bergungsarbeiten habe ich die Straße und die Überführung wieder für den Verkehr freigegeben. Im Film sieht man, dass alles viel schlimmer hätte ausgehen können. Kein einziger Gastank hat Feuer gefangen. Die herumfliegenden Gastanks hätten viele Umstehenden verletzen können. Die Tanks lagen weit verstreut in der Umgebung, einer rollte sogar bis zum Wasser. Deutlich zu erkennen sind die Schäden am Pfeiler und die Schneise, die einer der Gastanks hinterlassen hat. Ich brauche wohl nicht zu erklären, was gewesen wäre, wenn statt des Pfeilers ein Mensch an der Stelle gestanden hätte.“

WISSEN WAS DRIN IST - CRASH RECOVERY SYSTEM
Um in einer solchen Situation sicher handeln zu können, sind neben einer persönlichen Schutzausrüstung und einem Explosimeter auch Informationen zum betroffenen Fahrzeug nötig. Diese unverzichtbaren Daten konnte der Befehlshaber im Crash Recovery System abrufen. Wie der Befehlshaber angab, war es zunächst erst einmal wichtig, zu bestimmen, um was für ein Gas es sich handelte und wo und wie viele Gastanks verbaut waren. Ob alle Gastanks geborgen wurden, lässt sich durch Abzählen in der Abbildung im CRS ermitteln.

Mithilfe der Kennzeichenabfrage stehen diese Informationen sofort zur Verfügung. Auch gut zu erkennen sind die Lage und die Anzahl der Gastanks.


Abbildung: CRS-Abbildung eines MAN Lions City CNG

Durch einen Klick auf den Gastank und/oder die Ventile können Rettungskräfte wichtige Informationen zu diesen Komponenten abrufen. Vergrößern Sie die Ansicht, dann fällt das Anklicken dieser Komponenten leichter. Ziehen Sie den Bildschirm mit zwei Fingern auseinander, um die Abbildung zu vergrößern.


Abbildung: Vergrößerte CRS-Abbildung der Gastanks und Sicherheitsventile

Deutlich zu erkennen: Sicherheitsventile an beiden Seiten der Tanks. Die Ventile in der nachfolgenden Abbildung sind über ein Leitungsnetz miteinander verbunden. Bei eingeschaltetem Antrieb stehen sie offen, um die für den Antrieb benötigte Gaszufuhr zu gewährleisten. Die Ventile oben in der Abbildung sind auch als Druckregler bekannt. Sie lösen bei Überhitzung aus (Feuer).

Durch Klick auf die Gastanks erhalten Rettungskräfte Informationen zu

  • Inhalt
  • Druck
  • Lage

Das Datenblatt enthält Angaben zum verwendeten Gas und Druck. Im vorliegenden Fall sind es 200 bar.

BITTE BEACHTEN! Weitere wichtige Informationen sind über den Link zum Sicherheitsventil abrufbar.


Abbildung: CRS-Datenblatt zum Gastank mit komprimiertem Erdgas (CNG)

Hinter dem Sicherheitsventil finden sich diese Informationen:

  • die Lage
  • die verschiedenen Sicherheitsfunktione
  • erläuternde Abbildungen


Abbildung: CRS-Datenblatt „Sicherheitsventil

Das Datenblatt stellt die verschiedenen Funktionen des Sicherheitsventils dar. Es gehört zu den mit dem Leitungsnetz verbundenen Sicherheitsventilen. Durch Klick auf die Schaltflächen „Abb. 1“ und „Abb. 2“ ergänzen Abbildungen die schriftlichen Informationen.


 


Abbildungen: CRS-Abbildung zum Sicherheitsventil und das Sicherheitsventil des betroffenen Fahrzeugs

Gut zu erkennen sind die elektromagnetischen Ventile in Rot und die manuellen Ventile in Gelb. Im Film ist außerdem zu sehen, wie über dieses Ventil unterschwellig Gas entweicht. Werden das Ventil oder die Leitungen beschädigt, entweicht Gas, das vom Druckregler mit niedrigem Druck abgelassen wird. Dieser Vorgang ist nicht zu stoppen. Vor allem im Freien ist dies auch nicht notwendig. Wie der Einsatzleiter erwähnte, war die Konzentration so niedrig, dass von diesem Leck keine akute Gefahr ausging.

Die Sicherheitsventile am anderen Ende der Tanks sind Druckregler. Sie lösen ab einer Temperatur von 110 °C aus. Während des Unfalls wurden einige dieser Regler abgerissen; dadurch konnte hier das Gas unter Hochdruck entweichen. Dies erklärt, warum die Gastanks so weit voneinander entfernt aufgefunden wurden.

 
Abbildungen: Links ein intakter Druckregler; beim rechten Tank wurde er abgerissen

AN DIESEM NEWSLETTER WAREN BETEILIGT:
- Jelle Rodenhuis - Befehlshaber der Feuerwehr Franeker (NL)
- Lambert Kesimaat - Einsatzleiter der Feuerwehr Friesland (NL)
- Sander Bosma - Feuerwehr Assen (NL) (Bildmaterial)

 
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