Friday, June 1st 2012
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Start/Stopp-Systeme

Technology update Juni 2012

Die Fahrzeugtechnik-Experten bei Moditech beschäftigen sich permanent mit der Auswertung von Fahrzeuginformationen um die Datenbank des Crash Recovery Systems auf einem aktuellen Stand zu halten. So lassen sich auch Trends im Fahrzeugbau frühzeitig erkennen. Ein derartiger Trend, der sich gegenwärtig bei einer ganzen Reihe von Fahrzeugherstellern beobachten lässt ist, ist die vermehrte Einführung von Start/Stopp-Systemen in neuen Fahrzeugmodellen, insbesondere in Fahrzeugen für den europäischen Markt.

 

Was das für den Feuerwehreinsatz bedeuten kann lesen Sie in diesem Technology update.

 

 

Start-/Stopp-Systeme sind automatisch arbeitende Systeme, die den Fahrzeugmotor in Standphasen (z.B. an einer Ampel) automatisch abschalten, um den Kraftstoffverbrauch zu reduzieren. Hierzu muss der Fahrer den Leerlauf einlegen und das Kupplungspedal lösen. Betätigt der Fahrer die Kupplung wieder, startet der Motor erneut und er kann weiterfahren. Damit das Start-Stopp System einsatzbereit ist müssen einige Parameter erfüllt sein, so muss z.B. die Batterie ausreichend geladen sein und der Motor muss bereits seine Betriebstemperatur erreicht haben.

Grundsätzlich ist dies nichts bahnbrechend Neues und hat so auch wenig Auswirkungen auf Unfälle. Trotzdem ist es möglich, dass sich die Ausstattung von Fahrzeugen mit Start/Stopp-Systemen verändert. Problematisch ist nämlich, dass das häufige Starten des Fahrzeugs auch den Komfort beeinträchtigen kann, z.B. weil durch den erhöhten Energiebedarf beim Starten des Motors das Radio kurzzeitig nicht funktioniert. Wenn der Energiebedarf nicht durch eine verstärkte Batterie erbracht werden kann, gibt es weitere Möglichkeiten:

 

 

ZUSATZBATTERIEN
Der erhöhte Energiebedarf wird durch eine zusätzliche Batterie gedeckt. Diese muss nicht zwangsläufig die gleiche Größe haben, wie eine konventionelle Fahrzeugbatterie. Einige Hersteller greifen auch auf deutlich kleinere Batterien zurück, die sich so leichter im Fahrzeug unterbringen lassen, teilweise auch an schwer zugänglichen Stellen (z.B. im Fußraum). Die Fahrzeughersteller empfehlen insbesondere Einsatzkräften immer alle Batterien abzuklemmen, um das Fahrzeug sicher spannungsfrei zu schalten. Das Crash Recovery System enthält deshalb Informationen zu allen Batterien und spezifiziert auch, welche Batterie die Hauptbatterie ist.

 

 

ULTRAKONDENSATOREN
Einige Hersteller verwenden alternativ einen Ultrakondensator als Energiespeicher für die Start/Stopp-Automatik. Dieses als E-Booster bezeichnete System deckt den hohen Spannungsbedarf beim automatischen Start des Dieselmotors. Ultrakondensatoren sind in der Lage hundertmal mehr Energie zu liefern wie ein normaler Kondensator und immerhin das Zehnfache einer Batterie, und das bei hoher Lebensdauer von einer halben Millionen Ladezyklen.

Problematisch bei derartigen Ultrakondensatoren ist weniger die elektrische Gefahr (die Spannung des verwendeten Kondensators beträgt nur 5,2 V) sondern die eventuelle Beschädigung des Kondensators durch das Unfallgeschehen oder bei Rettungsarbeiten. Besagte Ultrakondensatoren enthalten als Lösungsmittel die Chemikalie Acetonitril, die leichtentzündlich ist und gesundheitsschädlich beim Einatmen, Verschlucken und bei Hautkontakt wirkt.

 

Einsatzkräfte sollten deshalb bei Arbeiten am Fahrzeug darauf achten Ultrakondensatoren nicht zu beschädigen. Bei den derzeit erhältlichen Fahrzeugen (Peugeot oder Citroen-Fahrzeuge mit e-HDI Motoren) befindet sich der Ultrakondensator im Bereich des vorderen Kotflügels. Die Position und einige Hintergrundinformationen wurden deshalb auch in das Crash Recovery System aufgenommen. Sollte ein vorhandener Ultrakondensator bereits beim Unfall beschädigt worden sein ist in dessen unmittelbarer Umgebung Vorsicht geboten. Der Hersteller des Kondensators und auch PSA empfiehlt in einem solchen Fall das Tragen von Schutzausrüstung inkl. Atemschutz.